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	<title>Leichte Athletik</title>
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		<title>Leichte Athletik</title>
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		<title>Leichtathletik-WM. Ein Blick zurück</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Sep 2009 08:49:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jobo72</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit etwa einem Monat ist die Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2009 in Berlin Geschichte. In der Zwischenzeit konnte ich meine vielfältigen Eindrücke verarbeiten und die doch sehr hektischen Tage mit einigem Abstand betrachten. Meine noch sehr frischen Impressionen habe ich bereits hier geschildert. Was ich dort verschwieg: Ich machte nicht nur Bekanntschaft mit Athleten, Trainern und Funktionären, sondern [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wirnehmensleicht.wordpress.com&blog=3509311&post=89&subd=wirnehmensleicht&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Seit etwa einem Monat ist die Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2009 in Berlin Geschichte. In der Zwischenzeit konnte ich meine vielfältigen Eindrücke verarbeiten und die doch sehr hektischen Tage mit einigem Abstand betrachten. Meine noch sehr frischen Impressionen habe ich bereits <a title=" 	 Eine gute Zeit. Als freiwilliger Helfer bei der Leichtathletik-WM" href="http://www.ngz-online.de/hps/client/ngz/public/pjsub/production_long.hbs?hxmain_object_id=PJSUB::ARTICLE::506034&amp;hxmain_category=::pjsub::opinio::/ausgehen_feiern/auf_tour" target="_blank">hier</a> geschildert. Was ich dort verschwieg: Ich machte nicht nur Bekanntschaft mit Athleten, Trainern und Funktionären, sondern auch mit Journalisten, sei es, dass diese einen der Athleten, Trainer und Funktionäre, die ich betreute, sprechen wollten und ich ein Treffen arrangierte, sei es, dass sie mich um ein Gespräch baten. Aus einem solchen ist ein Beitrag für die Seite <a href="http://www.lwm09.journalisten-akademie.com/?p=525" target="_blank">„Mehr als Laufen“</a> entstanden.<a title=" Hier stehe ich und werfe, ich kann nicht anders!" href="http://www.lwm09.journalisten-akademie.com/?p=525" target="_blank"><br />
</a></p>
<p>(Josef Bordat)</p>
Posted in Akademisches, Leichtathletik, WM 2009 Tagged: Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2009 <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/wirnehmensleicht.wordpress.com/89/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/wirnehmensleicht.wordpress.com/89/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/wirnehmensleicht.wordpress.com/89/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/wirnehmensleicht.wordpress.com/89/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/wirnehmensleicht.wordpress.com/89/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/wirnehmensleicht.wordpress.com/89/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/wirnehmensleicht.wordpress.com/89/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/wirnehmensleicht.wordpress.com/89/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/wirnehmensleicht.wordpress.com/89/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/wirnehmensleicht.wordpress.com/89/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wirnehmensleicht.wordpress.com&blog=3509311&post=89&subd=wirnehmensleicht&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Lieber Dr. Thomas Wessinghage!</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Aug 2009 15:27:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jobo72</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie ich der „Berliner Morgenpost“ vom gestrigen Donnerstag entnehme, raten Sie den Veranstaltern der Leichtathletik-Weltmeisterschaften, also der IAAF, künftig das Wettkampfprogramm zu straffen. Drei Tage sollten Ihrer Ansicht nach für eine WM ausreichen. Dabei sollte man sich seitens des Weltverbandes auf die Laufdisziplinen beschränken, da diese für die Zuschauer besonders attraktiv seien. Die Wurfdisziplinen sollte [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wirnehmensleicht.wordpress.com&blog=3509311&post=86&subd=wirnehmensleicht&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Wie ich der „Berliner Morgenpost“ vom gestrigen Donnerstag entnehme, raten Sie den Veranstaltern der Leichtathletik-Weltmeisterschaften, also der IAAF, künftig das Wettkampfprogramm zu straffen. Drei Tage sollten Ihrer Ansicht nach für eine WM ausreichen. Dabei sollte man sich seitens des Weltverbandes auf die Laufdisziplinen beschränken, da diese für die Zuschauer besonders attraktiv seien. Die Wurfdisziplinen sollte man dagegen streichen.</p>
<p>Herr Dr. Wessinghage, ich schätze Sie sehr. Als Läufer haben Sie stets Fairness und – dafür, dass Sie nicht in Afrika, sondern in Hagen geboren wurden – auch ganz ansprechende Leistungen gezeigt. Als Mediziner machten Sie erfolgreich Karriere und zeigten so, dass man Sport und Beruf unter einen Hut bringen kann. Bis dato engagieren Sie sich im Bereich der Prävention durch Breitensport und bringen so Ihre Fähigkeiten in die Gemeinschaft ein, denn wer wollte bestreiten, dass die „Volksgesundheit“ ein gesellschaftliches Grundanliegen ist. So weit, so gut.</p>
<p>Umso unverständlicher, dass Sie nun die Leichtathletik auseinanderrupfen wollen, jene Sportart also, die sich gerade durch Vielseitigkeit und Abwechslungsreichtum auszeichnet. Dazu gehören die Wettbewerbe auf der Bahn ebenso wie die technischen Disziplinen. „Track and Field“, wie es im Englischen heißt. Von dem üppigen Programm etwas zu streichen, ist vielleicht tatsächlich sinnvoll, doch es darf keine ganze Disziplingruppe treffen, da das die Leichtathletik ärmer macht (und im übrigen auch die Medaillensammlung der Deutschen, bei denen die Werfer seit Jahrzehnten die Kastanien aus dem Feuer holen!). Wenn schon kürzen, dann eine der Mittel- oder Langstrecken, auf denen sich die Siegerlisten ohnehin zumeist gleichen. Denn 800 oder 1500, 5000 oder 10000 &#8211; das ist kaum ein Unterschied. Zwischen Kugelstoßen und Speerwerfen liegen Welten.</p>
<p>Ich weiß nicht, wo Sie, Herr Dr. Wessinghage, in den letzten Tagen waren – im Berliner Olympiastadion jedenfalls nicht. Denn sonst hätten Sie etwas mitbekommen von der Begeisterung, die Nadine Kleinert, Steffi Nerius und Robert Harting entfachten, in drei der vier Wurfdisziplinen. Und in der vierten kommt noch Betty Heidler. Morgen. Einfach mal zugucken, nicht weglaufen.</p>
<p>Ihr<br />
Josef Bordat</p>
Posted in Leichtathletik, WM 2009 Tagged: IAAF, Läufer vs. Werfer, Thomas Wessinghage, Weltmeisterschaften <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/wirnehmensleicht.wordpress.com/86/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/wirnehmensleicht.wordpress.com/86/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/wirnehmensleicht.wordpress.com/86/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/wirnehmensleicht.wordpress.com/86/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/wirnehmensleicht.wordpress.com/86/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/wirnehmensleicht.wordpress.com/86/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/wirnehmensleicht.wordpress.com/86/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/wirnehmensleicht.wordpress.com/86/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/wirnehmensleicht.wordpress.com/86/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/wirnehmensleicht.wordpress.com/86/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wirnehmensleicht.wordpress.com&blog=3509311&post=86&subd=wirnehmensleicht&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Ohne Worte</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Aug 2009 08:26:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jobo72</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8230; denn ich bin sprachlos.

(Foto: Josef Bordat)
Posted in Aktuelles, Leichtathletik, WM 2009 Tagged: Usain Bolt, Weltrekord      <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wirnehmensleicht.wordpress.com&blog=3509311&post=83&subd=wirnehmensleicht&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>&#8230; denn ich bin sprachlos.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-84" title="9,58" src="http://wirnehmensleicht.files.wordpress.com/2009/08/pict0792.jpg?w=450&#038;h=337" alt="9,58" width="450" height="337" /></p>
<p style="text-align:center;">(Foto: Josef Bordat)</p>
Posted in Aktuelles, Leichtathletik, WM 2009 Tagged: Usain Bolt, Weltrekord <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/wirnehmensleicht.wordpress.com/83/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/wirnehmensleicht.wordpress.com/83/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/wirnehmensleicht.wordpress.com/83/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/wirnehmensleicht.wordpress.com/83/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/wirnehmensleicht.wordpress.com/83/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/wirnehmensleicht.wordpress.com/83/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/wirnehmensleicht.wordpress.com/83/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/wirnehmensleicht.wordpress.com/83/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/wirnehmensleicht.wordpress.com/83/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/wirnehmensleicht.wordpress.com/83/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wirnehmensleicht.wordpress.com&blog=3509311&post=83&subd=wirnehmensleicht&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Hart, härter, Harting</title>
		<link>http://wirnehmensleicht.wordpress.com/2009/08/05/hart-harter-harting/</link>
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		<pubDate>Wed, 05 Aug 2009 10:52:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jobo72</dc:creator>
				<category><![CDATA[Doping]]></category>
		<category><![CDATA[Leichtathletik]]></category>
		<category><![CDATA[WM 2009]]></category>
		<category><![CDATA[Liesel Westermann]]></category>
		<category><![CDATA[Ralf Reichenbach]]></category>
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		<category><![CDATA[Werner Goldmann]]></category>

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		<description><![CDATA[Anmerkungen zum Doping-Diskurs aus gegebenem Anlass
Das Problem begann nicht mit Ben Johnson. Doch der Fall des 100m-Siegers im Endlauf der Olympischen Spielen 1988 in Seoul, der zunächst in Weltrekordzeit die Ziellinie passiert hatte, den Zeigefinger der rechten Hand provokant gen Himmel gerichtet, der jedoch wenige Tage danach des Dopings überführt und disqualifiziert wurde, dieser Fall [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wirnehmensleicht.wordpress.com&blog=3509311&post=78&subd=wirnehmensleicht&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><strong>Anmerkungen zum Doping-Diskurs aus gegebenem Anlass</strong></p>
<p>Das Problem begann nicht mit Ben Johnson. Doch der Fall des 100m-Siegers im Endlauf der Olympischen Spielen 1988 in Seoul, der zunächst in Weltrekordzeit die Ziellinie passiert hatte, den Zeigefinger der rechten Hand provokant gen Himmel gerichtet, der jedoch wenige Tage danach des Dopings überführt und disqualifiziert wurde, dieser Fall markiert den Beginn der öffentlichen Debatte über das Problem. Denn solange Doping nur mit ukrainischen Kugelstoßerinnen in Verbindung zu bringen war, hielt sich das Interesse der Medien in Grenzen. Da es aber diesmal um das Duell der Giganten in einer der attraktivsten olympischen Disziplinen ging, erschütterte die Nachricht vom gedopten „schnellsten Mann der Welt“ nicht nur die Leichtathletik-Familie, sondern die gesamte Sport-Welt.</p>
<p>Die Leichtathletik hat’s nicht leicht</p>
<p>Im Vorfeld der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin wird auf Plakatwänden wieder mit einem 100-Meter-Duell der Giganten geworben, das sich auch Sportmuffeln leicht vermitteln lässt: Der Gelbe rennt gegen den Blauen und wer zuerst im Ziel ist, hat gewonnen. Klar – vorbehaltlich des Ergebnisses der Dopingkontrolle. Aber das wissen auch Sportmuffel. Denn das zentrale Problem der Leichtathletik ist seit „Big Ben“ das Bewusstsein dafür, dass Medaillen weniger auf dem Platz vergeben werden, sondern vielmehr im Labor. Damit besteht eine Glaubwürdigkeitskrise, die den Sport als solchen in Frage stellt. Trotz intensivierter Gegenmaßnahmen wie Trainingskontrollen und neuen Analyseverfahren, trotz NADA und WADA: „Die Sportwelt wird immer noch verarscht und belogen.“ (Werner Franke)</p>
<p>Im Vorfeld von „berlin 2009“ sorgt nun Diskuswerfer Robert Harting für Schlagzeilen, die so gar nicht ins Konzept der Initiatoren spannender Duelle und sauberer Spiele passen. Nachdem sein Trainer Werner Goldmann – der ihn weiterhin betreut – zum Ende des vergangenen Jahres wegen seiner Doping-Vergangenheit als Bundestrainer entlassen wurde, äußerte sich nun sein Schützling zum Thema Nr. 1. Die Berliner Morgenpost zitiert ihn mit der Aussage: „Wo Geld ist, wir gedopt. Eigentlich ist es sinnlos, gegen diese Tatsache anzukämpfen. Manchmal frage ich mich, ob es nicht besser wäre, Doping in irgendeiner Form zu erlauben.“</p>
<p>Hat Harting Recht?</p>
<p>Mit der Bestandsaufnahme sicherlich, mit der Schlussfolgerung nicht. Ersetzen Sie in der Aussage Hartings „Geld“ mit „Mensch“ und „Doping“ mit „Gewalt“, dann erkennen Sie, was ich meine. Harting leistet sich einen naturalistischen Fehlschluss vom Sein (Es wird gedopt.) auf das Sollen (Dann ist das wohl auch O.K. so.), der unser gesamtes Rechtssystem und darüber hinaus unser moralisches Empfinden in Frage stellt, das seinen tiefen Sinn ja gerade aus der erahnten Differenz von Faktizität und Normativität gewinnt. „Menschen sind halt so. Lasst sie so sein.“ – das ist das Ende jeder Ethik, jeder Justiziabilität, jeder Form des geordneten Zusammenlebens in Staat und Gesellschaft. Ganz so einfach geht es eben nicht.</p>
<p>Freilich: Man muss genauer auf die Worte des Werfers schauen</p>
<p>Zunächst zur Bestandsaufnahme. Es ist in der Tat eine Tatsache, dass dort, wo es um Geld geht, manipuliert wird. Dass Menschen versuchen, sich einen Zusatzvorteil zu verschaffen, der sie selbst nicht weiter anstrengt, zumindest nicht im Moment. Vom Traubenzucker für die Abi-Klausur bis zum Kokain für den gestressten Unterhaltungskünstler reicht das Spektrum. Wir wollen immer besser sein. Das ist nicht grundsätzlich negativ. Doping ergibt sich aus einem unbedingten Fortschrittswillen, der für die Entwicklung der Menschheit konstitutiv war und ist. Irgendwann jedoch wird aus diesem Willen ein Wahn. Wenn es nur noch schneller, höher, weiter gehen und das Wie dabei keine Rolle spielen soll, dann kippt das Ganze. Das gilt für jede Form des Fortschritts, für den wissenschaftlich-technischen, den wirtschaftlichen und den kulturellen. Sport als Teil der Gegenwartskultur kann sich dieser Ambivalenz von Wille und Wahn nicht entziehen.</p>
<p>Nun zur Schlussfolgerung. Hartings Ausführungen bleiben kryptisch. Wie oft ist „manchmal“? Für wen wäre es „besser“? Was bedeutet „irgendeine Form“? Es scheint, als scheue sich jemand davor, Tacheles zu reden. Jemand, der viel offener von einer Freigabe des Dopings in Selbstverantwortung der Athleten sprach, war der frühere Berliner Kugelstoßer Ralf Reichenbach, der damit v. a. gegen die Verlogenheit im ideologischen Sportwettkampf zwischen den Systemen angehen wollte, den er hier in Berlin zu seiner aktiven Zeit besonders deutlich spürte. Er mahnte ein Ende der Heuchelei an. Wenn ein Verband wie der Deutsche Leichtathletik Verband der BRD einerseits in der Öffentlichkeit den Anti-Doping-Kampf propagiere und sich im Systemwettbewerb mit der DDR stets als sauber bezeichne, die Konkurrenz aus dem Osten aber des Betrugs bezichtige, zugleich jedoch intern seine Aktiven auffordere, sich an die Spitze zu spritzen, dann stimme etwas nicht. Rückendeckung bekam er in diesem Punkt von Liesel Westermann („Diskus-Liesel“). Ihr hatte der DLV nach Bekunden Westermanns mehr oder weniger unumwunden empfohlen, zur Erreichung der anspruchsvollen Norm auf Dopingmittel zurückzugreifen.</p>
<p>Doping als Beitrag zur Gesunderhaltung der Athleten?</p>
<p>Reichenbach, der immer noch in den Rekordlisten des Berliner Leichtathletikverbandes auftaucht, starb vor einigen Jahren im Alter von 47 an Leberschäden. Man könnte ja sagen, Hochleistungssport sei ohnehin ungesund – lasst sie also machen. Besonders verstörend ist hier jedoch die Argumentation Hartings, der in der Gabe von Dopingmitteln eine Art Gesundheitsvorsorge für Spitzensportler sieht: „Das Problem ist, das Sportler wie ich, die einen Riesenverschleiß am eigenen Körper erzeugen, weil sie nicht dopen, um den Lohn für die ehrliche Arbeit gebracht werden.“ Harting behauptet, er habe einen Riesenverschleiß, weil er nicht dopen darf. Ist es wirklich so, dass die gesundheitlichen Risiken des Hochleistungssports sinken, wenn gedopt wird? Täuschen die erschütternden Berichte über Dopingopfer und Todesfälle etwa darüber hinweg, dass Dopingmittel anderen Spitzensportlern die Gesundheit und das Leben erhalten haben? Ich bin kein Arzt, habe hier aber meine Bedenken. Was in jedem Fall bleibt, ist die Wirkung der Vorbilder auf Dritte, auf Jugendliche und Breitensportler, die diesen „Riesenverschleiß“ nicht haben. Hier wird sich Doping in jedem Fall negativ auf die Gesundheit auswirken.</p>
<p>Der Vorbildcharakter von Spitzensportlern</p>
<p>Sowieso scheint mir dies das entscheidende praxisorientierte Argument gegen Doping zu sein, jenseits aller theoretischen Erwägungen aus naturalistischer, liberalistischer und utilitaristischer Sicht. Sportler sind – immer noch – Vorbilder, die zum Nachahmen animieren. Gestern Haare wie Beckham, morgen Doping wie Harting? Das kann keiner wollen! Deshalb kann es keine Ausnahmen von der Ächtung des Dopings geben, so wie dies im Fall der Gewalt möglich ist, auf welche die Polizei bekanntlich ein Monopol besitzt. Die Einrichtung „Dopingmonopol“ für Hochleistungssportler übersähe, dass der Sport eine andere Wirkung auf die Öffentlichkeit hat als der Polizeiapparat. Deswegen ist es gut, dass Robert Harting sich ohne Doping durchs Diskuswerferleben quält. Und dafür doch belohnt wird. Vielleicht ja schon in ein paar Tagen beim Heimspiel in Berlin.</p>
<p>(Josef Bordat)</p>
Posted in Doping, Leichtathletik, WM 2009 Tagged: Doping, Liesel Westermann, Ralf Reichenbach, Robert Harting, Werner Goldmann <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/wirnehmensleicht.wordpress.com/78/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/wirnehmensleicht.wordpress.com/78/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/wirnehmensleicht.wordpress.com/78/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/wirnehmensleicht.wordpress.com/78/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/wirnehmensleicht.wordpress.com/78/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/wirnehmensleicht.wordpress.com/78/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/wirnehmensleicht.wordpress.com/78/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/wirnehmensleicht.wordpress.com/78/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/wirnehmensleicht.wordpress.com/78/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/wirnehmensleicht.wordpress.com/78/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wirnehmensleicht.wordpress.com&blog=3509311&post=78&subd=wirnehmensleicht&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Raketen. Ein Blick zurück nach vorn</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Jul 2009 14:17:32 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Berlin 2009]]></category>
		<category><![CDATA[Leichtathletik-Weltmeisterschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Los Angeles 1984]]></category>
		<category><![CDATA[Olympische Spiele]]></category>
		<category><![CDATA[Boykott]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 28. Juli 1984 sauste Raketenmann Bill Scooter vor 90.000 Zuschauern durch das Olympiastadion von Los Angeles. Heute vor 25 Jahren wurden die XXIII. Olympischen Spiele feierlich eröffnet. Es waren – für damalige Verhältnisse – gigantische Spiele, die zum ersten Mal in der Geschichte des neuzeitlichen Olympismus auch zu einem finanziellen Erfolg führten, professionell gemanagt [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wirnehmensleicht.wordpress.com&blog=3509311&post=76&subd=wirnehmensleicht&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><span>Am 28. Juli 1984 sauste Raketenmann Bill Scooter vor 90.000 Zuschauern durch das Olympiastadion von Los Angeles. Heute vor 25 Jahren wurden die XXIII. Olympischen Spiele feierlich eröffnet. Es waren – für damalige Verhältnisse – gigantische Spiele, die zum ersten Mal in der Geschichte des neuzeitlichen Olympismus auch zu einem finanziellen Erfolg führten, professionell gemanagt und verhältnismäßig diskret vermarktet von OK-Chef Peter Ueberroth. Es waren die ersten „Fernsehspiele“, weil an keiner Wettkampfstätte die Kameras der ABC fehlten, die die Welt mit Bildern versorgte – einschließlich mit der damals neuen und aufsehenerregenden „slowmotion“. Mitzuerleben, wie man mit bewegten Bildern Geld verdienen kann, beschleunigte in Europa eine mediale Entwicklung, die zuvor undenkbar und heute nicht mehr wegzudenken ist: das Privatfernsehen.</p>
<p>Das alles wusste ich damals nicht, auch nicht, dass sich nach dem Terror von München ’72 und dem Finanzdebakel von Montreal ’76 keine Stadt für 1984 beworben hatte – außer der kalifornischen Metropole, die bereits 1932 Olympia-Ausrichterin war. Dass es – bis dato – die letzten Boykott-Spiele sein sollten, konnte wohl keiner ahnen, angesichts der politischen Weltlage in den frühen 1980ern, die hüben wie drüben von Raketenstationierungen und anderen Muskelspielen geprägt war. Doch die Boykott-Trilogie Montreal-Moskau-Los Angeles fand keine Fortsetzung in Seoul ’88, wo dem Sport allerdings ein anderes Problem bewusst gemacht wurde: Doping.</p>
<p>Davon war 1984 in Los Angeles noch nicht die Rede, zumindest nicht hörbar. Die Super-Show wurde allenfalls durch das Wegbleiben des Ostblocks getrübt. Die Sowjetunion hatte im April 1984 „die grobe, rücksichtlose Verletzung der olympischen Charta durch die Organisatoren der Spiele sowie die von reaktionären Kreisen der USA entfesselte antisowjetische Kampagne“ gerügt, die in den Vereinigten Staaten „chauvinistische Stimmungen geschürt und eine antisowjetische Hysterie entfesselt“ habe. „Extremistische Organisationen“ seien dabei, der „UdSSR-Delegation“ den „Aufenthalt unerträglich“ zu machen. „Feinselige politische Demonstrationen“ würden zu diesem Zweck vorbereitet, sowjetische Funktionäre und Sportler sogar „unverhohlen mit physischer Gewalt bedroht“. Am 8. Mai (sic!) 1984 erfolgte die Boykotterklärung. Unter den genannten Umständen sei die Sicherheit einer etwaigen sowjetischen Mannschaft nicht gewährleistet. Die „amerikanische Seite“ beabsichtige offenbar nicht, „die Rechte und Menschenwürde aller Sportler zu achten“. „Normale Bedingungen für die Durchführung der Spiele“ seien daher nicht gegeben. Und, so die Logik der Zeit, was für die Sowjets gilt, gilt auch für die anderen sozialistischen „Bruderstaaten“, die – bis auf Rumänien – Los Angeles in diesem Sommer mieden. Dazu zählte auch die DDR. Einige ihrer Athleten nutzen die hastig organisierten „Ersatzveranstaltungen“ sinnvoll: So warf Uwe Hohn am 20. Juli 1984 beim „Olympischen Tag“ in Berlin den Speer 104,80m weit – weiter als je zuvor ein Mensch geworfen hatte. Und nach ihm wird vermutlich auch keiner weiter werfen: Nach Hohns Wunderwurf wurde das Gerät modifiziert, so dass derartige „Ausreißer“ höchst unwahrscheinlich sind. Ein Rekord für die Ewigkeit. Ein kleiner Trost für die verpassten Spiele.</p>
<p>Im Westen war man sich schnell einig: Moskaus „Begründung“ galt als eine an den Haaren herbeigezogene „Rechtfertigung“ der lange geplanten Retourkutsche für den Boykott der USA und viele ihrer Verbündeten (u. a. die Bundesrepublik) der Moskau-Spiele 1980, denen man aus Protest gegen den wenige Wochen zuvor begonnenen Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan ziemlich geschlossen fernblieb (interessanterweise nahm der historisch und aktuell wichtigste US-Verbündete teil: Großbritannien). Heute schmunzelt man wohl auch im russischen NOK über das tit-for-tat-Denken der Obersozialisten und das aufgesetzte Pathos ihrer stereotypen Kaltkriegssprache.</p>
<p>Mir war die Sache damals – ehrlich gesagt – ziemlich wurscht. Ich empfand wegen der fehlenden Russen keinen Mangel, meine Helden wurden ohnehin erst bei den Spielen geboren. Für politische Zusammenhänge war ich damals noch nicht zu sensibilisieren. Was bzw. wen erinnere ich – ohne nachzuschauen? Klar, den Raketenmann bei der Eröffnungsfeier. Dann: Edwin Moses’ Stolperer beim Eid, das Zehnkampf-Duell Hingsen gegen Thompson, Ulrike Meyfahrts zweiten Streich, Thomas Fahrners olympischen Rekord im B-Finale, Michael Groß’ Medaillen. Und die von einem gewissen Dr. Rainer Klimke, der irgendetwas mit Pferden machte, was ich nicht ganz verstand. Aber er war Deutscher. Und er gewann. Das reichte, um gegen 3 Uhr in der Früh zum Fernseher zu schleichen, sich den Namen zu merken und ein Vierteljahrhundert später immer noch präsent zu haben. Natürlich ist mir vor allen anderen Carl Lewis im Gedächtnis haften geblieben, der zum Star der Spiele wurde und mich inspirierte, die Fußballschuhe gegen Spikes einzutauschen.</p>
<p>Der Leichtathletik bin ich treu geblieben. Bis heute. In knapp drei Wochen beginnt in Berlin die Leichtathletik-Weltmeisterschaft (15.-23.8.). Als Mannschaftsattaché möchte ich mithelfen, dass sich „meine“ Funktionäre und Sportler wohl fühlen in der deutschen Hauptstadt, dass ihre „Rechte und Menschenwürde“ geachtet werden, kommen sie nun aus Iran, Israel oder Indonesien. Oder Russland. Für die Zuschauer hoffe ich auf eine erlebnisreiche und störungsfreie Zeit, spannende Wettkämpfe und – gutes Wetter. In Berlin ist zwar kein Raketenmann bei der Eröffnungsfeier zu erwarten, dafür aber zu Beginn der Wettkämpfe gleich zwei über die 100m: Der US-Amerikaner Tyson Gay, Titelverteidiger und derzeit der schnellste Mann der Welt (9,77s), trifft auf den Olympiasieger und Weltrekordhalter Usain Bolt aus Jamaika, der in diesem Jahr auch schon 9,79s lief. Ein Besuch im Olympiastadion könnte sich also lohnen. Berlin-Touristen haben die Möglichkeit, im historischen Kern Berlins die Geher-Wettbewerbe und die Marathonläufe der Männer und Frauen zu verfolgen, die erstmals ganz außerhalb eines Stadions ausgetragen werden. Doch auch für die Daheimgebliebenen hält die WM etwas besonderes bereit: Zum ersten Mal wird eine Großveranstaltung weltweit in „High Definition“-Qualität ausgestrahlt. So wie LA’84 wird also auch Berlin ’09 in die Mediengeschichte eingehen.</p>
<p>Die Leichtathletik-Weltmeisterschaft wird unterdessen ohne Zweifel in die Sportgeschichte eingehen. Ob als eigenes Kapitel oder als Fußnote, bleibt abzuwarten. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass den quantitativen Bestmarken (noch nie haben so viele Nationen an einer Sportveranstaltung teilgenommen, mit über 200 wird gerechnet) sportliche Superlative folgen. Vielleicht ja auch unter Beteiligung der deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die rechtzeitig zur WM in Form zu kommen scheinen. Den Test, was hängen blieb, kann man dann in 25 Jahren machen. Vielleicht ist ja dann der Diskuswerfer Harting im Gedächtnis oder die Speerwerferin Obergföll, vielleicht auch die Meyfahrt-Epigonin Ariane Friedrich. Immerhin: Ihr Name klingt nach Rakete. </span></p>
<p><span>(Josef Bordat)<br />
</span></p>
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		<title>Die langen Schatten der DDR. Goldmann verliert Trainerjob</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Jan 2009 09:48:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jobo72</dc:creator>
				<category><![CDATA[Doping]]></category>
		<category><![CDATA[Leichtathletik]]></category>
		<category><![CDATA[WM 2009]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
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		<category><![CDATA[DLV]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Harting]]></category>
		<category><![CDATA[Werner Goldmann]]></category>

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		<description><![CDATA[Gegen Ende des abgelaufenen Jahres stieg die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland konjunktur- und saisonbedingt auf 3,1 Millionen. Das sind über 100.000 mehr als im November. Einer von diesen 100.000 ist Werner Goldmann. Der Trainer vieler herausragender Werferinnen und Werfer gehörte in den letzten beiden Jahrzehnten zu den Erfolgsgaranten der deutschen Leichtathletik. Wenn DLV-Athleten bei [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wirnehmensleicht.wordpress.com&blog=3509311&post=72&subd=wirnehmensleicht&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Gegen Ende des abgelaufenen Jahres stieg die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland konjunktur- und saisonbedingt auf 3,1 Millionen. Das sind über 100.000 mehr als im November. Einer von diesen 100.000 ist Werner Goldmann. Der Trainer vieler herausragender Werferinnen und Werfer gehörte in den letzten beiden Jahrzehnten zu den Erfolgsgaranten der deutschen Leichtathletik. Wenn DLV-Athleten bei internationalen Meisterschaften überhaupt mal das Siegerpodest betraten, so waren es vor allem die Werfer, für die das Deutschlandlied durchs Stadion hallte. Hinter diesen stand oft Werner Goldmann. Nomen est omen.</p>
<p>Wer das Ganze vor dem Fernsehschirm verfolgte, kam rasch zu dem Urteil, dass Werner Goldmann nicht nur erfolgreich ist, sondern auch ein ziemlich netter Kerl. Er kam in den Interviews sympathisch rüber, ein fachkundiger Leisetreter, jemand mit mehr Sein als Schein. In einer Gesellschaft, in der jeder, der seinen Vornamen buchstabieren kann, zum Superstar wird, wenn es denn die Marketingstrategen wollen, ist so jemand die Ausnahme. Als er seinen Schützling Robert Harting, Diskuswerfer vom SCC Berlin, auf eigene Kosten nach Osaka zur WM 2007 begleitet, wo dieser dann überraschend Zweiter wurde, vermittelt er das Bild eines bescheidenen Menschen, der aufopferungsvoll seine Arbeit macht und dem es dabei einzig um die Sache geht. Ein ehrlicher Malocher vom alten Schlag.</p>
<p>Jetzt wissen wir: Das mit dem alten Schlag kommt hin. Denn Werner Goldmann war tief ins DDR-Dopingsystem verstrickt. Noch vor den Olympischen Spielen in Peking hatte der Trainer erklärt, zu keinem Zeitpunkt Athleten mit verbotenen Substanzen versorgt zu haben. Doch dann meldet sich mit Gerd Jacobs ein ehemaliger Kugelstoßer und behauptet, von Goldmann das Dopingmittel Oral-Turinabol bekommen zu haben. Goldmann hatte dies indirekt eingestanden, noch bevor es Richtung China ging. Erst jetzt kommt der DLV zu einer abschließenden Bewertung des Falls. Die ist für Goldmann negativ. Konsequenz: Der Verband kündigt seinem Bundestrainer. Zudem verlangt das Bundesinnenministerium von Goldmann die Rückerstattung der Reise- und Aufenthaltskosten für die Olympia-Mission.</p>
<p>Das wirklich Gemeine an der Affäre: Nicht nur Goldmann stolpert über seine Vergangenheit, auch sein Schützling Harting ist betroffen – ohne (bezahlten) Trainer geht es für ihn ins WM-Jahr.</p>
<p>Schwer trifft es aber auch den DLV selbst, denn nun drängen sich einige Fragen auf: Warum reagierte der Verband so spät (sprich: nach Olympia)? Strahlen (potenzielle) Medaillen am Ende doch heller als die weiße Weste in Sachen Doping? Und vor allem: War es das nun mit der Enthüllungsseifenoper „Leichtathletik“, die uns seit nahezu zwei Jahrzehnten vorgeführt wird?</p>
<p>Schließlich betreibt der „Fall Goldmann“ auch für die Weltmeisterschaft im August diesen Jahres in Berlin alles andere als Imagewerbung. So lautet die wohl tragischste Konsequenz, dass es den langen Schatten der DDR auch 20 Jahre nach dem Mauerfall noch gelingt, eine Veranstaltung in der einstmals geteilten Stadt zu verdunkeln. Traurig.</p>
<p>(Josef Bordat)</p>
Posted in Doping, Leichtathletik, WM 2009 Tagged: Berlin, DDR, DLV, Doping, Robert Harting, Werner Goldmann <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/wirnehmensleicht.wordpress.com/72/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/wirnehmensleicht.wordpress.com/72/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/wirnehmensleicht.wordpress.com/72/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/wirnehmensleicht.wordpress.com/72/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/wirnehmensleicht.wordpress.com/72/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/wirnehmensleicht.wordpress.com/72/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/wirnehmensleicht.wordpress.com/72/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/wirnehmensleicht.wordpress.com/72/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/wirnehmensleicht.wordpress.com/72/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/wirnehmensleicht.wordpress.com/72/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wirnehmensleicht.wordpress.com&blog=3509311&post=72&subd=wirnehmensleicht&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Sportrecht</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Dec 2008 06:24:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jobo72</dc:creator>
				<category><![CDATA[Akademisches]]></category>
		<category><![CDATA[Doping]]></category>

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		<description><![CDATA[Dass der Sport längst nicht mehr die zweckfreie Betätigung des homo ludens ist, die er vielleicht nie wirklich war, dürfte klar sein, ebenso, dass es für die vielfältigen Berührungen des Sports zu Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft rechtlicher Regelungen bedarf. Einen Überblick über dieses Gebiet gewährt anhand von „aktuellen News, Kommentaren und Hintergründen zu Themen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wirnehmensleicht.wordpress.com&blog=3509311&post=67&subd=wirnehmensleicht&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Dass der Sport längst nicht mehr die zweckfreie Betätigung des homo ludens ist, die er vielleicht nie wirklich war, dürfte klar sein, ebenso, dass es für die vielfältigen Berührungen des Sports zu Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft rechtlicher Regelungen bedarf. Einen Überblick über dieses Gebiet gewährt anhand von „aktuellen News, Kommentaren und Hintergründen zu Themen aus den Bereichen, wo das Recht den Sport berührt“ der sympathische Blog <a href="http://sportrecht.wordpress.com/" target="_blank">Sportrecht</a>. Eine Empfehlung an alle, die sich für das Thema interessieren, was eingedenk der vielen Berührungspunkte alle sein müssten, die sich überhaupt für Sport interessieren.</p>
<p>(Josef Bordat)</p>
Posted in Akademisches, Doping  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/wirnehmensleicht.wordpress.com/67/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/wirnehmensleicht.wordpress.com/67/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/wirnehmensleicht.wordpress.com/67/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/wirnehmensleicht.wordpress.com/67/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/wirnehmensleicht.wordpress.com/67/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/wirnehmensleicht.wordpress.com/67/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/wirnehmensleicht.wordpress.com/67/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/wirnehmensleicht.wordpress.com/67/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/wirnehmensleicht.wordpress.com/67/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/wirnehmensleicht.wordpress.com/67/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wirnehmensleicht.wordpress.com&blog=3509311&post=67&subd=wirnehmensleicht&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Sechs Tore, drei Verletzte. Goethe schlägt Shakespeare</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Dec 2008 11:14:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jobo72</dc:creator>
				<category><![CDATA[Akademisches]]></category>
		<category><![CDATA[Andere Sportarten]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Schreibende Fußballer kennen wir alle. Kaum ein Kicker ab Regionalliganiveau aufwärts, der nicht mit spätestens Mitte Dreißig seine Biographie zu Papier bringt bzw. bringen lässt. Es gibt aber auch die fußballspielenden Literaten. Sogar eine deutsche Nationalmannschaft hat sich gebildet, die regelmäßig gegen die Autoren anderer Länder spielt, denn der Fußball, so weiß DFB-Präsident Theo Zwanziger, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wirnehmensleicht.wordpress.com&blog=3509311&post=62&subd=wirnehmensleicht&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:left;">Schreibende Fußballer kennen wir alle. Kaum ein Kicker ab Regionalliganiveau aufwärts, der nicht mit spätestens Mitte Dreißig seine Biographie zu Papier bringt bzw. bringen lässt. Es gibt aber auch die fußballspielenden Literaten. Sogar eine deutsche Nationalmannschaft hat sich gebildet, die regelmäßig gegen die Autoren anderer Länder spielt, denn der Fußball, so weiß DFB-Präsident Theo Zwanziger, „verbindet auch die Intellektuellen“.</p>
<p>Bei einem Freundschaftsturnier anlässlich der Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der israelischen Staatsgründung und im Rahmen einer Israel-Reise des DFB standen sich am Wochenende in Tel Aviv Deutschland und England gegenüber. Das Spiel wurde von drei schwere Verletzungen überschattet, die sich die Autoren Jan Brandt, Moritz Rinke und Norbert Kron zuzogen – ohne Fremdeinwirkung wohlgemerkt.</p>
<p>Erfreulich war allein das Ergebnis: Am Ende stand ein deutliches 6:1 für Deutschland an der Anzeigetafel. – Das tut gut. Und mancher Kicker der siegreichen DFB-Autorenelf wird sich gedacht haben: „Werd ich zum Augenblicke sagen: / Verweile doch! Du bist so schön! / Dann magst du mich in Fesseln schlagen, / dann will ich gern zugrunde gehn!“ Goethe. Unschlagbar.</p>
<p>(Josef Bordat)</p>
Posted in Akademisches, Andere Sportarten Tagged: Fußball, Literatur <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/wirnehmensleicht.wordpress.com/62/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/wirnehmensleicht.wordpress.com/62/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/wirnehmensleicht.wordpress.com/62/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/wirnehmensleicht.wordpress.com/62/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/wirnehmensleicht.wordpress.com/62/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/wirnehmensleicht.wordpress.com/62/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/wirnehmensleicht.wordpress.com/62/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/wirnehmensleicht.wordpress.com/62/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/wirnehmensleicht.wordpress.com/62/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/wirnehmensleicht.wordpress.com/62/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wirnehmensleicht.wordpress.com&blog=3509311&post=62&subd=wirnehmensleicht&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Therapieplatz: Trainerstuhl</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Oct 2008 08:04:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jobo72</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Andere Sportarten]]></category>
		<category><![CDATA[Argentinien]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Maradona]]></category>

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		<description><![CDATA[Maradona wird neuer Trainer der argentinischen Fußballnationalmannschaft. Und hat heute Geburtstag.
Manchmal gibt es sie doch noch, die kleinen Sensationen im Weltfußball. Die folgende Nachricht einer Stellenneubesetzung ist eine solche. Diego Armando Maradona wird neuer Trainer der argentinischen Fußballnationalmannschaft. Grund genug, mal wieder das Thema dieses Blogs zu verfehlen und sich dem Fußball zuzuwenden.
Dass ein ehemaliger [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wirnehmensleicht.wordpress.com&blog=3509311&post=58&subd=wirnehmensleicht&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><em>Maradona wird neuer Trainer der argentinischen Fußballnationalmannschaft. Und hat heute Geburtstag.</em></p>
<p>Manchmal gibt es sie doch noch, die kleinen Sensationen im Weltfußball. Die folgende Nachricht einer Stellenneubesetzung ist eine solche. Diego Armando Maradona wird neuer Trainer der argentinischen Fußballnationalmannschaft. Grund genug, mal wieder das Thema dieses Blogs zu verfehlen und sich dem Fußball zuzuwenden.</p>
<p>Dass ein ehemaliger Fußballstar der späten 1980er bzw. der frühen 1990er Jahre den höchsten Trainerposten des Landes einnimmt, ist dabei nichts ungewöhnliches, auch nicht für die Top-Nationen im Fußball, die z.T. den Generationswechsel vom Trainerfuchs im Rentenalter zum jungen, dynamischen Mitvierziger vollzogen haben. Marco van Basten (Niederlande), Jürgen Klinsmann (Deutschland) und Roberto Donadoni (Italien) sind zwar nicht mehr im Amt, aber Carlos Dunga (Brasilien) und Slaven Bilić (Kroatien) halten sich wacker – trotz Kritik. Dass aber ausgerechnet Argentinien auf den fußballerisch größten Sohn des Landes zurückgreift, verwundert dann aber doch, angesichts der Vita des Kandidaten Maradona, die mit „abwechslungsreich“ wohl allzu euphemistisch beschrieben wäre.</p>
<p>Der Mann mit dem Namen eines Modedesigners spielt jahrelang Doppelpass mit dem Schicksal. Weil eine detaillierte Darstellung Hochschulabschlüsse in Jura, Psychologie und Lateinamerikanistik verlangt, die ich allesamt nicht vorweisen kann, bleibe ich bei den Höhepunkten: 1977 wird Maradona mit 16 Jahren Nationalspieler. Nicht auf den Osterinseln, sondern in Argentinien, dem Land, das im Jahr darauf Weltmeister werden sollte – ohne den Jungstar. Auch 1982 ist Maradona noch überfordert, wird im Spiel gegen den Erzrivalen Brasilien vom Platz gestellt. Vier Jahre später ist er dann auf dem Zenit seiner sportlichen Karriere angelangt und wird in Mexiko – mit Gottes Hilfe – Weltmeister und infolgedessen mit Ehrungen überhäuft; die wohl bedeutendste: „Weltsportler des Jahres“. 1990 erreicht er immerhin noch einmal ein WM-Endspiel, kann aber keine Akzente mehr setzen. Er verabschiedet sich tränenreich aus Rom, um kurz darauf in die Droge abzustürzen. Bei seinem Heimatverein Boca Juniors findet er noch einmal die Geborgenheit, die er in seiner Sucht sucht. Denn Maradona ist bei Lichte betrachtet auch nur ein ganz normaler Mensch, der nach Anerkennung strebt. Und ein Mensch, der zum falschen Zeitpunkt zuviel Geld zur Verfügung hatte. Und die falschen Freunde.</p>
<p>Nach seiner aktiven Zeit tut Maradona das, was Fußballstars nach ihrer aktiven Zeit halt tun: in der Zeitung Kolumnen schreiben, im Fernsehen das Geschehen auf dem Rasen kommentieren. Den Menschen daheim gefiel, wenn er über die seit Anfang der 1990er Jahre viel erfolgreicheren Brasilianer herzog, über Romario, Ronaldo und Ronaldinho lästerte. Für viele Argentinier hat „El Diego“ den Status eines Heiligen. In ihm berühren sich die Sphären des lateinamerikanischen Selbstverständnisses: tiefe Religiosität, fanatische Fußballbegeisterung und ein ausgeprägter Nationalstolz. Aber die Verehrung seiner Landsleute tut ihm nicht wirklich gut, weil sie ihm stets zu verstehen gibt, dass es so, wie es ist, gut sei mit ihm. War es aber nicht, denn Maradona war ein schwerkranker Mann im Wechselbad von Manie und Depression. Zwischen seinen exzentrischen Auftritten geht er einen Leidensweg: Entzug, Rückfall, Entzug, Rückfall. Maradonas Leben ist ein einziges Schicksalsspiel. 2004 merkten selbst die größten Fans, dass etwas mit ihrem Idol nicht stimmt. Maradona wird mit Herzproblemen in eine Klinik eingeliefert, ringt tagelang mit dem Tod. Er scheint sich danach gefangen zu haben. Irgendwie. Bei der WM 2006 in Deutschland mimt er an der Seite seiner Tochter den lustigen Schlachtenbummler und präsentiert sich bei abnehmendem Gewicht zunehmend fit. Der argentinische Patient offenbarte ganz ungewohnte Reife, indem er eingestand, dass er drogensüchtig war, ist und immer bleiben wird. Fußball ist dabei so etwas wie eine Dauertherapie. Jetzt hat er einen neuen Therapieplatz, den Stuhl des Nationaltrainers.</p>
<p>Doch Maradona als Chef eines der großen Favoriten für die WM 2010? Ohne wirkliche Erfahrung als Trainer? Mit Führungsspielern im Kader, an denen er bei seinen Kommentaren in den Medien bislang selten ein gutes Haar gelassen hat, wie dem „neue Maradona“ Lionel Messi? Die Fans sind skeptisch: Drei Viertel aller Teilnehmer einer Online-Befragung der argentinischen Zeitung „Clarín“ sind „nicht zufrieden“ mit der Wahl des Verbandes. Offenbar ist im Netz eine andere Generation aktiv als die, die Maradona einst auf den Sockel hievte.</p>
<p>Maradona ist kein Gentleman wie Pelé, kein Weltmann wie Beckenbauer und kein Sunnyboy wie Klinsmann. Nicht mal ein ehrlicher Malocher wie Dunga. „El Diego“ ist ein Skandal in persona. Der Journalist Hans Blickensdörfer schrieb schon 1993: „Diego Armando Maradona ist, wenn wir’s genau nehmen, sowohl ein Vergötterter als auch ein Verdammter des Spiels.“ Fußballgott und Fußballteufel. Die jungen Argentinier aber, die den neuen Trainer nicht aus dem Sportteil kennen, sondern aus „Vermischtes“, werden sich an ihn gewöhnen müssen. Sie sollten ihm eine Chance geben. Der Mensch Maradona hat sie verdient.</p>
<p>Ach, ja: Feliz cumple, Dieguito!</p>
<p>(Josef Bordat)</p>
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		<title>Iker Casillas, der solidarische Torwart</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Oct 2008 21:23:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jobo72</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
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		<description><![CDATA[Iker Casillas ist einer der besten Torhüter der Welt und in seiner Heimat Spanien der bekannteste seiner Zunft. Er spielt bei Real Madrid und Kapitän der spanischen Nationalmannschaft. Trotz seiner zahlreichen Erfolge blieb er ein einfacher Mensch, der sich seiner Wurzeln bewusst ist. Er wurde in Móstoles, einem Vorort von Madrid geboren. Die Familie lebte [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=wirnehmensleicht.wordpress.com&blog=3509311&post=54&subd=wirnehmensleicht&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Iker Casillas ist einer der besten Torhüter der Welt und in seiner Heimat Spanien der bekannteste seiner Zunft. Er spielt bei Real Madrid und Kapitän der spanischen Nationalmannschaft. Trotz seiner zahlreichen Erfolge blieb er ein einfacher Mensch, der sich seiner Wurzeln bewusst ist. Er wurde in Móstoles, einem Vorort von Madrid geboren. Die Familie lebte zusammen in einer 60-Quadratmeter-Wohnung. Die einzige Urlaubsreise ging zur Oma nach Ávila. Während der junge Iker sich bei Real Madrid durchbiss, arbeitete seine Mutter als Putzfrau.</p>
<p>Iker Casillas weiß, wie schwer es für viele Familien ist, das Geld über den Monat zu bringen. Daher widmet er sich intensiv dem Kampf gegen die Armut. Er arbeitet eng mit der Organisation „Plan España“ zusammen und unterstützt deren Kampagne „Armut stoppen“. Aus diesem Grund reiste er nach Peru, wo er mit der spanischen Stürmerlegende Emilio Butragueño ein Benefizspiel organisierte. Auch im vergangenen Jahr stand sein Urlaub ganz im Zeichen gelebter Solidarität: Er reiste nach Sierra Leone, um für eine Initiative zu werben, die sich mit Sportangeboten und Bildungsprogrammen für Kinder und Jugendliche einsetzt. Selbstverständlich wurde auch bei dieser Gelegenheit für den guten Zweck gekickt. Die Iker-Elf spielte gegen eine Mannschaft seines Landsmanns Rafael Nadal, derzeit einer der besten Tennisprofis der Welt.</p>
<p>Vielleicht liegt es ja an diesem sozialen Engagement, dass die Fans in Spanien Casillas einen für Fußballprofis eher untypischen Spitznamen verpassten: San Iker – „Heiliger Iker“.</p>
<p>Anmerkung:<br />
Dieser Beitrag basiert auf dem Artikel „Iker Casillas, el portero solidario“, erschienen in der Zeitschrift „Ecos de España y Latinoamérica“, Nr. 10/2008, S. 6. (Übersetzung: Josef Bordat)</p>
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