Sechs Tore, drei Verletzte. Goethe schlägt Shakespeare

By jobo72

Schreibende Fußballer kennen wir alle. Kaum ein Kicker ab Regionalliganiveau aufwärts, der nicht mit spätestens Mitte Dreißig seine Biographie zu Papier bringt bzw. bringen lässt. Es gibt aber auch die fußballspielenden Literaten. Sogar eine deutsche Nationalmannschaft hat sich gebildet, die regelmäßig gegen die Autoren anderer Länder spielt, denn der Fußball, so weiß DFB-Präsident Theo Zwanziger, „verbindet auch die Intellektuellen“.

Bei einem Freundschaftsturnier anlässlich der Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der israelischen Staatsgründung und im Rahmen einer Israel-Reise des DFB standen sich am Wochenende in Tel Aviv Deutschland und England gegenüber. Das Spiel wurde von drei schwere Verletzungen überschattet, die sich die Autoren Jan Brandt, Moritz Rinke und Norbert Kron zuzogen – ohne Fremdeinwirkung wohlgemerkt.

Erfreulich war allein das Ergebnis: Am Ende stand ein deutliches 6:1 für Deutschland an der Anzeigetafel. – Das tut gut. Und mancher Kicker der siegreichen DFB-Autorenelf wird sich gedacht haben: „Werd ich zum Augenblicke sagen: / Verweile doch! Du bist so schön! / Dann magst du mich in Fesseln schlagen, / dann will ich gern zugrunde gehn!“ Goethe. Unschlagbar.

(Josef Bordat)

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