Olympischer Friede

By jobo72

Olympische Spiele wurden in der Antike seit 776 v. Chr. als Abschluss einer Olympiade (ein Zeitraum von mehreren Jahren) zu Ehren der Götter gefeiert. Voraussetzung für ein unbeschwertes Fest war eine heilige Waffenruhe (έκεχειρία), die als ausdrücklicher Gottesfriede eine proto-völkerrechtliche Dimension aufwies.

In der Geschichte der Olympischen Spiele der Neuzeit war es dann nicht mehr so, dass eine Waffenruhe eingehalten wurde, um die Spiele zu ermöglichen, sondern umgekehrt. Der Krieg verhinderte drei mal die Austragung des Sportfestes: 1916 (wegen des Ersten Weltkriegs; geplant war die Austragung in Berlin) und – wegen des Zweiten Weltkriegs – in den Jahren 1940 und 1944.

Am Rande des Besuches des Dalai Lama am Brandenburger Tor in Berlin erinnerte nun die „Gesellschaft für bedrohte Völker“ mit einem Transparent an den antiken Brauch des olympischen Friedens und verband damit die Hoffnung, dass die Menschenrechtsverletzungen in China für die Zeit der Spiele eine Pause erfahren. Das wäre nur ein Anfang, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Denn damit gäbe es eine gute Basis für Verhandlungen zwischen der chinesischen und der tibetischen Führung über die Autonomie Tibets. Olympia 2008 in Peking ist eine historische Chance. Bleibt zu hoffen, dass sie genutzt wird.

(Josef Bordat)

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