Chinas Heim- und Harnvorteil

By jobo72

Was bisher nur für japanische Oktoberfestbesucher ein Problem war, das stürzt jetzt Olympia in eine tiefe Krise: Den meisten Asiaten fehlen einige Enzyme, die am Abbau von Alkohol und Testosteron beteiligt sind. Das hat unterschiedliche Folgen: Können Asiaten einerseits nur wenig Bier trinken, ohne angeheitert zu sein (ein Europäer verträgt die dreifache Menge), können sie andererseits so viel Testosteron spritzen, wie sie wollen – es lässt sich bei den A-Proben nicht nachweisen, da diese allein auf den Nachweis von Abbauprodukten des männlichen Sexualhormons im Urin ausgerichtet sind. Erst im Verdachtsfall erfolgt die umfänglichere B-Probe, die den letzten Zweifel ausräumen soll, indem sie Veränderungen an den Kohlenstoffatomen im Urin nachspürt (Isotopen-Analyse). Doch dazu kommt es eben nur bei positiver A-Probe, bei den Asiaten also nur äußerst selten.

Darauf verweist das Ergebnis einer Studie des Karolinska-Instituts (Stockholm) unter der Leitung des Pharmakologen Anders Rane, auf die die Zeitung „Welt am Sonntag“ vom 11. Mai 2008 Bezug nimmt.

Schlechte Nachrichten also, so kurz vor den Spielen im Reich der Mitte(l). Die Botschaft lautet: Olympia ist nicht fair. Wenn Menschen aufgrund ihrer genetischen Konstitution systematisch durch die Maschen der Wada-Netze schlüpfen, wenn Dopingtests bei Chinesen versagen und das jetzt alle wissen, dann bleibt dem Betrachter wohl nur der Plausibilitätsansatz in der Dopingfrage: Bestimmte Leistungen sollten aufhorchen lassen; wer zu gut ist, macht sich verdächtig. Besonders befriedigend ist diese Art der Nachweisführung aber nicht, setzt sie doch jeden Überflieger dem Verdacht aus, manipuliert und betrogen zu haben. Und wenn dieser dann zufällig Asiate ist, hat er keine Chance, seine Unschuld zu beweisen.

(Josef Bordat)

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